Der verwunschene Wald

Ein mystischer Morgennebel weckt den Wald. Seine Bäume sind durch das sanfte Weiss beschützend eingehüllt. Grüne, leicht gelbliche Blätter der Bodensträucher bringen die dunkelbraunen Stämme mit ihren rotbraunen Baumkronen zum Leuchten - betont durch den feinen Nebel im Hintergrund. Zwischendurch gleitet vereinzelt rotbraunes Laub vom sanften Wind zum Tanz aufgefordert schräg zu Boden. Ein Mäussebussard verschmiltzt mit dem Ast, auf welchem er sittz, versteckt im feinen Nebel. Fast hätte ich ihn übersehen. Nun entschwindet er mit weichem Fügelschlag tiefer in den nebulösen Wald. Gebannt stehe ich vor diesem Schauspiel und atme die Stimmung bedächtig in mich ein.


Wie schnell vergesse ich diese Wunder! Sie sind so nah und mir doch im Alltag häufig fern. Wie kann ich solch schlichte und doch tiefgreifende Freude präsenter halten? Wie kann ich mir mehr Zeit geben für das Träumen und Staunen, bevor mein Geist meine Gedanken zum Müssen und Sollen des Tages führt?


Beim Versuch eine Antwort zu finden, versuche ich diesen mystischen Wald erneut in Worte zu fassen und richte meine Aufmerksamkeit dabei ganz auf meine Worte, Töne, Gefühle und Bewegungsimpulse während des Beschreibens. Ich lasse die Wahrnehmung des mystischen Waldes nochmals in mir entstehen. Dabei merke ich, dass meine Hände sich bewegen. Auf Brusthöhe gleiten sie synchron auseinander, um zu beschreiben, wie sanft diese grün-gelblichen Sträucher, die feuchten, dunkelbraunen Stämme, die rotbraunen Baumkronen und der leichte Nebel auf mich wirken. Zugleich strahlt dieser Wald eine Stärke aus – dazu nähern sich meine Hände automatisch aufeinander zu. Bevor sie sich berühren, gleiten sie auseinander und betonen das Sanfte. Während ich diesen Gedanken und Gefühlen von sanft und kräftig folge, und meine Hände sich entfernen und nähern, entsteht zwischen ihnen wie ein unsichtbarer Ball, der zunehmend intensiver auf meine Handflächen wirkt.


Nun verlangsame ich diese Erfahrung bis zum Null-Punkt. Der sanfte Druck und das feine Kribbeln in meinen Händen wird stärker, fast kann ich den Ball packen und verschieben. Ich komme mir vor wie eine Naturfee. Was Natur bedeutet, meine ich zu verstehen, was ist eine Fee? Ich weiss es nicht, aber das Wort passt zu diesem unsichtbaren Ball zwischen meinen Händen und dem Bild des mystischen Walds und gibt mir eine zusätzliche Kraft im Herzbereich. Es fühlt sich gut an.


Eine Antwort auf meine Fragen ist es nicht, dennoch habe ich etwas gefunden, das ich behalten möchte. Wer weiss, vielleicht ist es gerade dieses Gefühl, das mich im Alltag daran denken lässt, dass Wunder überall sind?

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